Nächstenliebe

Ich lese zurzeit ein Buch, welches mich sehr im Glauben ermutigt. In diesem Buch wurde eine Geschichte von einer jungen Frau erzählt, die kürzlich in eine schöne Wohnung mit einer großen Terrasse gezogen war. Die Gegend in der sie lebte, war sehr ruhig. Die Wände in ihrer Wohnung waren allerdings etwas dünn, aber dort wohnten noch keine Nachbarn. Diese ruhige Zeit hielt jedoch nicht lange an. Es zogen Nachbarn in die Wohnung neben ihr ein und es war eine Katastrophe. Die Eltern schrien sich ständig an, die Kinder machten was sie wollten.


Sie fand die Nachbarn schrecklich. Eines Tages kam sie nach Hause und sah, dass ihre Terrasse und ihre Gartenmöbel voll mit orangener Farbe waren, weil die Nachbarskinder rum rannten und mit der Farbe spielten. Alle ihre Gartenmöbel waren nicht mehr zu gebrauchen, ihre Fenster total dreckig und sie mit ihren Nerven am Ende. Sie fing an zu weinen und betete, dass sie diese Nachbarn nicht ausstehen konnte.


Sie wusste, sie müsse sie eigentlich lieben, aber sie hatte keinen Funken Liebe für diese Menschen. Während sie betete, schlug sie Kolosser 3:12-14 auf:


„Zieht nun als Auserwählte Gottes, als Heilige und Geliebte: herzliches Erbarmen, Güte, Demut, Milde, Langmut! Ertragt einander und vergebt euch gegenseitig, wenn einer Klage gegen den anderen hat; wie auch der Herr euch vergeben hat, so auch ihr! Zu diesem allen aber zieht die Liebe an[…]“


Sie fragte sich, wie sie die Liebe „anziehen“ konnte. Sie musste an einen Mantel denken, den man anzieht. Zuerst den einen Arm und dann den anderen. Es ist ein bewusster Willensakt dachte sie sich. Sie fragte sich selber, was sie wohl tun würde, würde sie die Nachbarn lieben. Sie schrieb sich eine Liste mit Dingen auf, wie bspw. Plätzchen backen, auf die Kinder aufpassen und die Frau zum Kaffee einladen.


Sie bemerkte, dass sie die Taten der Liebe „anziehen“ und einfach darauf vertrauen könnte, dass Gott ihr die entsprechenden Gefühle rechtzeitig geben wird. Sie setzte die Dinge auf ihrer Liste um.


Sie lud die Frau auf einen Kaffee ein, passte auf die Kinder auf und backte Plätzchen. Sie schaute plötzlich mit ganz anderen Augen auf die Familie. Das Leben mit den Nachbarn wurde nicht viel einfacher, besonders als sie auf die Kinder aufpasste, doch während sie begann ein Licht für das Evangelium zu sein, geschah etwas mit ihr selbst.


Nach ca. einem Jahr wollte die Familie von dort wegziehen und die junge Frau weinte. Sie stellte fest, dass Gott sie benutzte, um der Familie zu helfen aber auch um sie in ihrer Heiligung zu fördern. Ihr Herz war nicht mehr von Hass, sondern mit Liebe erfüllt.


Nächstenliebe ist nicht immer einfach. Sie erfordert viel Geduld und vielleicht sogar Tränen, aber das ist es wert. Gott verändert uns, in dem er an uns arbeitet. Jeder Christ sollte Nächstenliebe ganz bewusst leben. Nächstenliebe ist ein Gebot, welches wir von Gott bekommen haben. Dieses Gebot gilt nicht nur gegenüber netten Menschen, sondern auch gegenüber Feinden.


Jedem Menschen mit Liebe zu begegnen, ist nicht immer leicht, doch es ist eine Sache die wir uns täglich vornehmen sollten. Selbst wenn du denkst, es ist mir unmöglich diese eine Person zu lieben, kann ich dir sagen, dass es möglich ist. Es ist eine bewusste Entscheidung die du triffst. Du musst Gott bitten, dir das Wollen zu geben, diesen einen Menschen zu lieben, ihm zu vergeben etc. Wir Menschen wollen solche Dinge nicht von selbst, doch Gott ist es, der in uns das Wollen vollbringt.

Kontakt
This site was designed with the
.com
website builder. Create your website today.
Start Now